Der Ablauf eines Hauskaufs in Schweden
- Jessica
- 26. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Ein Haus in Schweden zu kaufen unterscheidet sich in einigen Punkten deutlich vom Hauskauf in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Der Prozess ist klar strukturiert, stark digitalisiert und für Käufer wie Verkäufer relativ transparent.
1. Immobiliensuche und Besichtigung
Die meisten Immobilien werden online über Portale wie Hemnet angeboten. Interessenten melden sich zu festen Besichtigungsterminen (visning) an, die oft an ein oder zwei Tagen stattfinden. Einzelbesichtigungen sind eher unüblich. Nach der Besichtigung können Kaufinteressenten ihr Interesse beim Makler anmelden.
2. Bieterverfahren
In Schweden ist ein offenes Bieterverfahren üblich. Die Gebote werden in der Regel per SMS oder über eine Onlineplattform abgegeben. Alle Bieter können die aktuellen Gebote sehen, jedoch nicht die Namen der anderen Interessenten. Wichtig: Ein Gebot ist rechtlich nicht bindend, bis ein Kaufvertrag unterschrieben ist. Der Verkäufer entscheidet frei, welches Gebot er annimmt – es muss nicht zwingend das höchste sein.
3. Kaufvertrag (Köpekontrakt)
Hat sich der Verkäufer für einen Käufer entschieden, wird ein schriftlicher Kaufvertrag (köpekontrakt) aufgesetzt und von beiden Parteien unterschrieben. Erst ab diesem Moment ist der Kauf rechtlich bindend. Üblicherweise wird direkt eine Anzahlung von etwa 10 % des Kaufpreises fällig.
4. Finanzierung und Prüfung
Viele Käufer lassen vor dem endgültigen Abschluss eine Hausbesichtigung durch einen Gutachter (besiktning) durchführen. Anders als in Deutschland liegt die Verantwortung für die Prüfung des Hauses weitgehend beim Käufer. Mängel, die später entdeckt werden, können nur eingeschränkt geltend gemacht werden. Parallel wird die Finanzierung mit der Bank final geregelt.
5. Übergabe und Kaufabschluss (Tillträde)
Am vereinbarten Übergabetag (tillträdesdag) wird der Restbetrag des Kaufpreises bezahlt. Gleichzeitig erhält der Käufer die Schlüssel und das Haus geht offiziell in seinen Besitz über. Die Grundbucheintragung (lagfart) wird danach beantragt, meist automatisch über Bank oder Makler.
6. Nebenkosten
Die Kaufnebenkosten in Schweden sind vergleichsweise niedrig. Es fallen keine Grunderwerbsteuern wie in Deutschland an. Stattdessen zahlt der Käufer eine Grundbucheintragungsgebühr von 1,5 % des Kaufpreises sowie eine kleine Verwaltungsgebühr. Die Maklerprovision übernimmt in der Regel der Verkäufer.
Fazit
Der Hauskauf in Schweden ist transparent, effizient und gut organisiert. Besonders das offene Bieterverfahren und die starke Eigenverantwortung des Käufers bei der Hausprüfung sind wichtige Unterschiede zu anderen Ländern. Wer sich gut vorbereitet und den Ablauf kennt, kann den Traum vom Haus in Schweden entspannt verwirklichen.




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